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Trade Republic vs. Scalable Capital: Der ultimative Broker-Vergleich für 2026

Gebühren, Zinsen und Angebot im direkten Vergleich: Trade Republic gegen Scalable Capital 2026.

Trade Republic vs. Scalable Capital: Der ultimative Broker-Vergleich für 2026

Die Wahl des richtigen Brokers gehört zu den wichtigsten Entscheidungen für jeden, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz systematisch Vermögen aufbauen möchte. Zwei Namen dominieren dabei den deutschsprachigen Neobroker-Markt: Trade Republic und Scalable Capital. Beide Anbieter haben sich in den letzten Jahren von einfachen App-Brokern zu vollwertigen Banken mit eigener Lizenz entwickelt – und beide stehen 2026 vor einer strukturellen Zäsur: dem EU-weiten Verbot von Payment for Order Flow (PFOF), das seit dem 30. Juni 2026 gilt. In diesem Vergleich analysieren wir Gebührenstrukturen, Produktangebot, Zinsen, Handelsplätze, Regulierung und Sicherheit im Detail, damit Sie eine fundierte, auf Ihre Anlagestrategie zugeschnittene Entscheidung treffen können.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Kriterium Trade Republic Scalable Capital
DepotführungKostenlosKostenlos
Ordergebühr1 € (Bestausführung) bzw. 2 € (freie Börsenwahl)0,99 € (FREE) bzw. 0 € ab 250 € Ordervolumen (PRIME+)
Monatliche GrundgebührKeine0 € (FREE) oder 4,99 € (PRIME+)
HandelsplätzeAutomatische Bestausführung, wahlweise 30 BörsenGettex, Xetra, EIX
Zinsen auf Guthabenca. 2,0–2,5 % p.a.2,0 % (Verrechnungskonto) bzw. 2,5 % (separates Overnight-Konto)
ETF-SparpläneÜber 2.600, gebührenfreiÜber 2.700, gebührenfrei
KryptowährungenJa, mit Spread (ca. 1–2 %)Ja, über 30 Kryptowerte, mit Spread
BanklizenzVollbank mit eigener MTF-Lizenz seit Januar 2026Vollbank seit 2025, eigene Depotinfrastruktur
RegulierungBaFin, EZBBaFin, EZB

Gebührenstruktur im Detail

Trade Republic: Die 1-Euro-Philosophie

Trade Republic hat sein Geschäftsmodell seit dem Markteintritt 2019 auf radikale Einfachheit ausgerichtet. Bei jeder Order fällt lediglich eine sogenannte Fremdkostenpauschale von einem Euro an – unabhängig vom Ordervolumen, ohne Depotführungsgebühren, ohne Mindestordergebühr und ohne zusätzliche Börsenplatzentgelte. Diese Einfachheit war von Anfang an das zentrale Verkaufsargument des Berliner Neobrokers und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass gerade unerfahrene Anlegerinnen und Anleger den Einstieg in den Wertpapierhandel wagten.

Seit Juli 2026 hat sich hier jedoch eine wichtige strukturelle Neuerung ergeben: Statt Orders wie bisher nahezu ausschließlich über einen einzigen Kooperationspartner abzuwickeln, führt Trade Republic jede Order nun automatisch zum Bestpreis unter den relevanten Handelsplätzen aus. Wer den Handelsplatz stattdessen selbst bestimmen möchte, etwa Xetra oder eine internationale Börse, kann aus insgesamt 30 Börsen wählen, zahlt dafür jedoch 2 € pro Order anstelle der Standardpauschale von 1 €.

Folgende Nebenkosten sollten Anleger bei Trade Republic zusätzlich einplanen:

  • Kartenzahlungen und Apple Pay: Bei Einzahlungen per Kreditkarte oder Apple Pay wird ein Aufschlag von rund 1 % des eingezahlten Betrags berechnet.
  • US-Aktien: Für Titel aus dem US-Markt fällt zusätzlich ein Spread-Aufschlag von etwa 0,15 % an.
  • Krypto-Spread: Beim Kauf und Verkauf von Kryptowährungen erhebt Trade Republic keine separate Ordergebühr, dafür jedoch einen Spread, der je nach Marktlage typischerweise zwischen 1 % und 2 % des Handelsvolumens liegt.
  • Papierform: Schriftliche Überweisungs- und Orderaufträge, Saldenbestätigungen sowie steuerliche Reports auf Papier kosten pauschal jeweils 25 €. Die jährliche Steuerbescheinigung für das Depot wird hingegen kostenlos ausgestellt.

Ein zentraler Punkt für die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells: Da PFOF seit dem 1. Juli 2026 EU-weit untersagt ist, hat sich Trade Republic frühzeitig vorbereitet und bereits im Januar 2026 eine eigene MTF-Lizenz (Multilateral Trading Facility) von der BaFin erhalten. Der Broker tritt seither zunehmend selbst als Market Maker auf und wickelt Kauf- und Verkaufsaufträge eigenständig ab. Nach Unternehmensangaben soll die 1-Euro-Pauschale dadurch auch nach dem PFOF-Verbot bestehen bleiben; unabhängige Finanzexperten empfehlen dennoch, die Gebührenentwicklung in den kommenden Monaten aufmerksam zu beobachten, da sich das Ertragsmodell strukturell verändert.

Scalable Capital: Zwei Tarifmodelle für unterschiedliche Anlegertypen

Scalable Capital verfolgt eine differenziertere Preisstrategie mit zwei parallel angebotenen Tarifen, die sich vor allem für unterschiedliche Handelsvolumina und -frequenzen eignen.

1. FREE Broker (0 € Grundgebühr pro Monat)

  • Keine Depotführungsgebühr
  • 0,99 € pro Order beim Handel über die Plätze Gettex oder EIX
  • 3,99 € pro Order bei Handel über Xetra, zuzüglich einer Handelsplatzgebühr von 0,01 % des Ordervolumens, mindestens jedoch 1,50 €
  • Ausgewählte PRIME-ETFs (unter anderem von Amundi, iShares, Vanguard und Xtrackers) sind ab einem Ordervolumen von 250 € gebührenfrei kaufbar
  • Sämtliche Sparplanausführungen sind grundsätzlich kostenlos, unabhängig vom Ordervolumen

2. PRIME+ Broker (4,99 € pro Monat bzw. 59,88 € pro Jahr, monatlich kündbar)

  • Enthält eine Trading-Flatrate: Orders ab einem Volumen von 250 € sind vollständig gebührenfrei
  • Orders unterhalb der 250-Euro-Schwelle kosten weiterhin 0,99 € – auch im PRIME+-Tarif entfällt die Gebühr nicht automatisch
  • Nach gängigen Praxiseinschätzungen lohnt sich der Umstieg auf PRIME+ meist ab etwa sechs Trades pro Monat
  • Zusätzliche Funktionen wie Kursalarme und erweiterte Portfolio-Analysen sind im Tarif enthalten

Wichtig für Bestandskunden: Der früher angebotene klassische PRIME-Tarif (2,99 € pro Monat) wird für Neukunden nicht mehr aktiv vertrieben. Aktuell stehen ausschließlich FREE und PRIME+ zur Auswahl.

Direktvergleich nach Anlagesumme

Der tatsächliche Kostenvorteil hängt entscheidend von der Ordergröße und der Handelshäufigkeit ab:

  • Kleine Beträge (bis 1.000 €): Trade Republic ist mit der Ein-Euro-Pauschale in der Regel günstiger als die 0,99 € pro Order bei Scalable Capital, insbesondere wenn Nutzer außerhalb der PRIME-ETF-Aktion oder unterhalb der 250-Euro-Schwelle handeln. Bei einem Ordervolumen von 1.000 € entspricht das bei Trade Republic effektiv 0,10 %, während die ING beispielsweise rund 0,74 % verlangt.
  • Mittlere Beträge (2.000–10.000 €): Beide Anbieter liegen prozentual sehr nah beieinander. Bei 10.000 € Ordervolumen zahlt man bei Trade Republic weiterhin nur 1 € (0,01 %), während eine reguläre Xetra-Order bei Scalable Capital 3,99 € (0,04 %) kostet – dafür erhält man bei Scalable den Referenzkurs der Frankfurter Wertpapierbörse.
  • Aktive Trader mit hohem Volumen: Für Anleger, die regelmäßig Beträge über 250 € bewegen, kann der PRIME+-Tarif von Scalable Capital durch die Flatrate langfristig günstiger sein als die laufenden Ein-Euro- beziehungsweise Zwei-Euro-Pauschalen von Trade Republic.

Zinsen auf das Verrechnungskonto

Ein häufig unterschätzter Faktor beim Broker-Vergleich ist die Verzinsung nicht investierten Kapitals, die bei regelmäßigen Einzahlungen oder größeren Cash-Reserven durchaus ins Gewicht fällt:

  • Trade Republic zahlt auf dem integrierten Verrechnungskonto Zinsen, die je nach aktueller Marktlage im Bereich von 2,0 bis 2,5 % p.a. liegen, monatlich ausgezahlt werden und keine Obergrenze für das Guthaben vorsehen.
  • Scalable Capital hat sein Zinsmodell seit April 2026 grundlegend reformiert: Das reguläre Verrechnungskonto wird seither mit 0 % verzinst. Stattdessen können Kunden ein separates „Scalable Overnight"-Tagesgeldkonto in der App eröffnen, das aktuell 2,50 % Zinsen auf unbegrenztes Guthaben bietet. Beim PRIME+-Tarif profitieren Kunden zusätzlich von einer erweiterten Einlagensicherung durch die Verteilung des Guthabens über mehrere Partnerbanken.

Anleger sollten unbedingt beachten, dass sich Zinssätze bei beiden Anbietern regelmäßig an die Leitzinsentwicklung der Europäischen Zentralbank anpassen und daher keine feste, langfristige Zusage darstellen. Ein regelmäßiger Blick in die jeweiligen Preis- und Leistungsverzeichnisse ist ratsam.

Produktangebot und Handelsplätze

Trade Republic bietet Zugriff auf über 12.000 Aktien, mehr als 2.600 ETFs, Anleihen, Derivate sowie eine wachsende Auswahl an Kryptowerten. Nicht handelbar sind hingegen CFDs, Futures und klassische Optionen. Der Handel erfolgte historisch ausschließlich über die mobile App, ist inzwischen aber auch über eine Desktop-Oberfläche möglich.

Scalable Capital punktet demgegenüber mit einem deutlich breiteren Produktuniversum: über 8.000 Aktien, mehr als 2.700 ETFs, rund 625.000 Derivate, über 3.800 Fonds sowie mehr als 30 Kryptowährungen. Der Handel erfolgt über die Plätze Gettex (Börse München), Xetra (Deutsche Börse) und die neue hauseigene Börse EIX (European Investor Exchange).

Für Anleger, die auf eine freie Börsenplatzwahl sowie ein besonders breites Fonds- und Derivateangebot Wert legen, bietet Scalable Capital hier einen klaren Vorteil. Wer dagegen Einfachheit, eine minimalistische App-Erfahrung und einen fokussierten Produktkatalog bevorzugt, findet bei Trade Republic ein reduzierteres, dafür aber besonders übersichtliches Angebot.

Regulierung und Sicherheit

Beide Anbieter sind in Deutschland als Vollbanken lizenziert und unterliegen der laufenden Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie der Europäischen Zentralbank (EZB):

  • Trade Republic verfügt über eine eigene Banklizenz und seit Januar 2026 zusätzlich über eine MTF-Lizenz für den Eigenhandel als Market Maker.
  • Scalable Capital hat im Jahr 2025 eine eigene Vollbanklizenz erhalten und die Depots von der zuvor als Depotbank fungierenden Baader Bank vollständig auf die eigene Infrastruktur migriert.

Für Kundeneinlagen gilt in beiden Fällen die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank. Scalable Capital bietet im PRIME+-Modell durch die Verteilung von Cash-Guthaben über bis zu fünf Partnerbanken eine erweiterte Absicherung von bis zu 500.000 €, während der FREE-Broker bei der gesetzlichen Grenze von 100.000 € bleibt.

Für wen eignet sich welcher Broker?

Trade Republic ist die bessere Wahl, wenn Sie:

  • Wert auf eine besonders einfache, transparente Gebührenstruktur legen
  • überwiegend kleinere bis mittlere Beträge investieren möchten
  • eine minimalistische, mobile-first App bevorzugen
  • primär über ETF- oder Aktiensparpläne langfristig Vermögen aufbauen möchten

Scalable Capital ist die bessere Wahl, wenn Sie:

  • aktiv und mit größeren Einzelvolumina handeln möchten (PRIME+ lohnt sich meist ab Ordergrößen von 250 €)
  • Zugriff auf ein breiteres Produktangebot bei Fonds, Derivaten und Kryptowerten benötigen
  • die freie Wahl des Handelsplatzes, insbesondere Xetra, schätzen
  • ein separates, aktuell attraktiv verzinstes Tagesgeldkonto neben dem eigentlichen Broker-Konto nutzen möchten

Fazit

  • Trade Republic überzeugt durch eine radikal einfache Gebührenstruktur mit einer Pauschale von 1 € (beziehungsweise 2 € bei freier Börsenwahl) pro Order und eignet sich besonders für Einsteiger sowie Sparplan-Anleger.
  • Scalable Capital bietet mit dem Zwei-Tarif-Modell aus FREE und PRIME+ mehr Flexibilität für unterschiedliche Handelsvolumina und punktet zusätzlich mit einem breiteren Angebot an Wertpapieren und Handelsplätzen.
  • Beide Broker sind vollständig BaFin-reguliert, verfügen über eine eigene Vollbanklizenz und bieten kostenlose ETF-Sparpläne sowie eine attraktive Verzinsung auf Cash-Guthaben.
  • Das PFOF-Verbot ab dem 30. Juni 2026 stellt für beide Anbieter eine strukturelle Herausforderung dar; beide haben sich jedoch frühzeitig mit eigenen Handelsinfrastrukturen darauf vorbereitet.
  • Die individuell beste Wahl hängt maßgeblich von der geplanten Ordergröße, der Handelsfrequenz und den bevorzugten Anlageklassen ab – ein sorgfältiger Depotvergleich anhand der eigenen Anlagestrategie bleibt daher unerlässlich.

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