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Krypto-Steuersoftware im Test: CoinTracking vs. Blockpit – Was ist besser?

CoinTracking oder Blockpit? Der ausführliche Vergleich für 2026: Preise, Anlage SO, DeFi-Support und DAC8-Readiness im Test.

Krypto-Steuersoftware im Test: CoinTracking vs. Blockpit – Was ist besser?

Wer in Deutschland Kryptowährungen handelt, kommt an einer sorgfältigen Dokumentation kaum vorbei: Haltefrist, FIFO-Berechnung, Freigrenzen und die Anlage SO lassen sich bei mehr als einer Handvoll Transaktionen kaum noch manuell korrekt erfassen. Zwei Anbieter dominieren den deutschsprachigen Markt für Krypto-Steuersoftware: das seit 2012 etablierte CoinTracking und das 2017 in Österreich gegründete Blockpit. Dieser Vergleich analysiert Preise, Funktionsumfang, Genauigkeit und Eignung für unterschiedliche Anlegertypen im Detail.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Kriterium CoinTracking Blockpit
Gegründet2012 (weltweit erster Krypto-Steuerrechner)2017 (Österreich)
NutzerbasisÜber 2,2 Millionen Nutzer, 10+ Mio. erstellte ReportsStarke DACH-Nutzerbasis
Trustpilot-Bewertung4,6 / 5Gute Bewertungen, DACH-fokussiert
Preisspanne (Jahresabo)ca. 39 € – 719 €/Jahr, zusätzlich Lifetime-Optionen 109 € – 5.599 €ca. 49 € – 599 €/Jahr, nur pro Steuerjahr
Kostenlose VersionBis 200 Transaktionen inkl. SteuerreportUnbegrenztes Portfolio-Tracking, aber ohne Steuerreport
Anlage SO (automatisch)JaJa
Länderspezifische Reports20 LänderRund 10 Länder
Berechnungsmethode DeutschlandFIFO, mit zusätzlichem Spielraum je nach FallFest nach FIFO
HerkunftsnachweisAb Expert-Plan ohne Aufpreis enthalten19,99 € pro Nachweis (Paketrabatte möglich)
DAC8-ReadinessJaJa

Unternehmenshintergrund und Marktposition

CoinTracking: Der Marktführer mit der längsten Erfahrung

CoinTracking ist seit 2012 am Markt und gilt als der weltweit erste Krypto-Steuerrechner überhaupt. Mit über 2,2 Millionen Nutzern und mehr als 10 Millionen erstellten Steuerreports verfügt der Anbieter über eine außergewöhnlich lange Erfahrung mit komplexen Steuerfällen, unterschiedlichen Berechnungsmethoden und sich wandelnden gesetzlichen Vorgaben. Auf der Bewertungsplattform Trustpilot erreicht CoinTracking hervorragende 4,6 von 5 Sternen.

Blockpit: Die jüngere DACH-Alternative

Blockpit wurde 2017 gegründet und hat sich seither insbesondere im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) als ernstzunehmende Alternative etabliert. Ein bemerkenswerter Schritt zur Marktkonsolidierung: Im November 2023 übernahm Blockpit den Wettbewerber Accointing; dessen Nutzer konnten ihre Daten auf ein Blockpit-Konto übertragen, die eigenständige Accointing-Plattform wurde eingestellt.

Preismodelle im direkten Vergleich

CoinTracking: Flexibilität durch Lifetime-Optionen

  • Jahresabonnements liegen je nach Transaktionsvolumen zwischen etwa 39 € und 719 €.
  • Zusätzlich bietet CoinTracking unbegrenzte Lifetime-Accounts zwischen 109 € und 5.599 € an – eine einmalige Investition, die sich besonders für Vieltrader und aktive DeFi-Nutzer über mehrere Jahre lohnen kann.
  • Die kostenlose Version deckt bis zu 200 Transaktionen ab, inklusive der Erstellung eines Steuerreports – ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Blockpit.
  • Ein 7-tägiger Testzeitraum ermöglicht die vollumfängliche Nutzung, mit Ausnahme der finalen Steuerreports.

Blockpit: Einfache Struktur pro Steuerjahr

  • Jahrespakete kosten zwischen etwa 49 € und 599 €, gestaffelt nach Transaktionsvolumen und Berichtsjahr.
  • Anders als CoinTracking bietet Blockpit keine Lifetime-Option – jedes Abonnement bezieht sich auf ein einzelnes Steuerjahr.
  • Die kostenlose Version erlaubt unbegrenztes Portfolio-Tracking ohne Transaktionslimit, jedoch ohne die Möglichkeit, einen für das Finanzamt nutzbaren Steuerreport zu erstellen.
  • Das Blockpit-Plus-Upgrade enthält einen Tax Optimizer und einen Sales Simulator zur gezielten steuerlichen Optimierung; nach Anbieterangaben sparen Nutzer damit im Durchschnitt rund 2.395 € pro Jahr durch gezieltes Tax-Loss-Harvesting.

Wichtiger Unterschied bei den Kostentreibern: Bei CoinTracking bezieht sich das Transaktionslimit auf den gesamten Account, während Blockpit (ebenso wie andere Wettbewerber) Steuerberichte primär nach Steuerjahr beziehungsweise Berichtsjahr bepreist. Je mehr historische Transaktionen und je mehr Jahre relevant sind, desto stärker verschiebt sich der Kostenvorteil tendenziell zu CoinTracking.

Datenimport: Zwei unterschiedliche Philosophien

CoinTracking: Kontrolle durch Einzelintegration

Bei CoinTracking wird jede Börse, jede Wallet und jede Blockchain-Adresse einzeln hinzugefügt, wobei Nutzer direkt im Eingabeformular Details wie Börsenname und Startdatum angeben können. Dies erfordert mehr initialen Aufwand, ermöglicht jedoch eine präzisere Kontrolle über die importierten Datenquellen. Zudem bietet CoinTracking häufiger native CSV-Importe für Börsendaten an – ein praktischer Vorteil, wenn die offizielle API einer Börse unvollständige Daten liefert und eine Kombination aus API- und CSV-Import notwendig wird.

Blockpit: Komfort mit Risiko bei Multi-Chain-Importen

Blockpit bietet beim Hinzufügen einer EVM-kompatiblen Adresse optional an, alle EVM-kompatiblen Chains gleichzeitig zu importieren. Dieser Komfort hat jedoch eine Kehrseite: Viele Nutzer aktivieren diese Option unbewusst und laden dadurch ungenutzte Chains mit teilweise hunderten Spam- oder Betrugstransaktionen in ihr Portfolio, ohne es zunächst zu merken.

Token-Klassifizierung: Vorteil für Blockpit

Bei der Erkennung von Spam- und Betrugs-Token zeigt sich ein Vorteil für Blockpit: Die Plattform nutzt die Contract-Adresse zur Verifizierung im Hintergrund und kann dadurch zuverlässig zwischen echten Coins und Scam-Token mit identischem Ticker-Symbol unterscheiden. Bei CoinTracking kommt es häufiger vor, dass nach dem Import Spam-Assets mit demselben Ticker wie eine echte Kryptowährung angezeigt werden (z. B. ein gefälschter „USDC"-Token) – in der Standardansicht ist dies nicht immer leicht zu erkennen. CoinTracking begegnet diesem Problem mit einem eigenen Spam Center, das potenzielle Betrugs-Token markiert und deren direkte Löschung aus der Transaktionshistorie ermöglicht.

DeFi, Staking und komplexe On-Chain-Aktivitäten

Beide Tools decken grundsätzlich DeFi, NFTs und Staking ab – im Detailgrad zeigen sich jedoch Unterschiede:

  • CoinTracking verarbeitet komplexe Multi-Protokoll-Aktivitäten wie Yield Farming, Liquidity Mining und Lending und ordnet diese weitgehend automatisch der korrekten Steuerberechnung zu. Beim Lesen von Smart Contracts und komplexen Blockchain-Transaktionen im DeFi-Kontext bietet CoinTracking nach praktischer Erfahrung das stärkere technische Setup und erstellt Transaktionen sowie Staking-Verträge teilweise automatisch, um die Transaktionshistorie zu vervollständigen.
  • Blockpit deckt die gängigsten DeFi-Protokolle ebenfalls ab, punktet jedoch primär mit einem stärkeren Fokus auf steuerlich unmittelbar relevante Vorgänge statt auf maximale Datentiefe.

Berechnungsmethode: FIFO-Flexibilität als entscheidender Unterschied

Ein zentraler Unterschied für deutsche Anleger betrifft die Berechnungsmethode der Haltefrist und der Veräußerungsgewinne:

  • Blockpit rechnet in Deutschland fest nach der FIFO-Methode (First In, First Out), ohne wählbare Alternativen.
  • CoinTracking bietet mehr Spielraum, die Steuerlast innerhalb der von der Finanzverwaltung akzeptierten Vorgaben legal zu optimieren – ein Vorteil, der sich insbesondere bei verschachtelten Portfolios mit vielen unterschiedlichen Transaktionstypen auszahlen kann.

Anlage SO, Herkunftsnachweis und Länderabdeckung

Steuerformulare für Deutschland

Für die deutsche Steuererklärung ist die Anlage SO (Sonstige Einkünfte) das zentrale Formular für private Veräußerungsgeschäfte und Staking-Erträge. Sowohl CoinTracking als auch Blockpit generieren dieses Formular automatisch als fertiges PDF zum Upload beziehungsweise zur Übertragung über ELSTER – ein klarer Vorteil gegenüber internationalen Wettbewerbern wie Koinly, die kein deutsches Steuerformat direkt unterstützen und eine manuelle Übertragung der Daten erfordern.

Herkunftsnachweis für Banken und Finanzamt

Bei größeren Auszahlungen oder der Eröffnung neuer Bankkonten verlangen Banken und Finanzämter zunehmend einen Herkunftsnachweis, der belegt, woher das Krypto-Vermögen stammt:

  • Bei CoinTracking ist dieser Nachweis ab dem Expert-Plan ohne zusätzlichen Aufpreis enthalten.
  • Bei Blockpit kostet jeder einzelne Herkunftsnachweis 19,99 €, wobei mehrere Nachweise im Paket etwas günstiger ausfallen.

Internationale Länderabdeckung

Wer ausschließlich in Deutschland steuerpflichtig ist, benötigt in der Regel keine breite internationale Abdeckung. Für Anleger, die international handeln, im Ausland leben oder einen Umzug planen, zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied: CoinTracking bietet lokal konforme Steuerformulare für 20 Länder an – etwa doppelt so viele wie Blockpit. CoinTracking deckt damit unter anderem zusätzliche europäische Märkte ab, in denen Blockpit keine lokal abgestimmten Formulare anbietet.

DAC8-Konformität und neue Meldepflichten

Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland das Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz (KStTG) in Umsetzung der EU-Richtlinie DAC8. Krypto-Plattformen sammeln seither Transaktionsdaten ihrer Nutzer; die erste Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern für das Berichtsjahr 2026 erfolgt 2027. Sowohl CoinTracking als auch Blockpit sind DAC8-ready: Eine DAC8-konforme Steuersoftware gleicht die eigenen Aufzeichnungen des Nutzers mit den durch die Plattformen gemeldeten Daten ab und kann so frühzeitig Unstimmigkeiten erkennen – ein Aspekt, der angesichts der neuen automatischen Meldepflicht zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Nutzerfreundlichkeit im Alltag

  • CoinTracking gilt als besonders umfangreich, mit hunderten unterstützten Börsen, Wallets und Blockchains sowie sehr tiefen Auswertungsmöglichkeiten. Diese Flexibilität hat jedoch ihren Preis: Je mehr Datenquellen und Sonderfälle ein Portfolio umfasst, desto höher die Fehleranfälligkeit. Transfers zwischen eigenen Wallets werden nicht immer automatisch korrekt erkannt, Gebühren müssen teils manuell geprüft werden, und bei komplexen DeFi-Transaktionen ist gelegentliche Nacharbeit kaum zu vermeiden.
  • Blockpit verfolgt einen fokussierteren Ansatz mit stärkerem Augenmerk auf steuerlich unmittelbar relevante Vorgänge statt auf maximale Datenfülle, verbunden mit einer modernen, intuitiven Benutzeroberfläche, die insbesondere für Einsteiger im DACH-Raum ohne umfangreiches Vorwissen zugänglich ist.

Für wen eignet sich welches Tool?

CoinTracking eignet sich besonders für Sie, wenn Sie:

  • ein komplexes Portfolio mit vielen verschiedenen Börsen, Wallets und DeFi-Protokollen verwalten
  • über mehrere Steuerjahre hinweg aktiv handeln und von einer Lifetime-Lösung profitieren möchten
  • internationale steuerliche Anforderungen haben oder einen Wohnsitzwechsel planen
  • maximale Kontrolle über manuelle Anpassungen und Berechnungsmethoden bevorzugen

Blockpit eignet sich besonders für Sie, wenn Sie:

  • ein überschaubares Transaktionsvolumen innerhalb eines einzelnen Steuerjahres haben
  • eine moderne, geführte Benutzeroberfläche ohne umfangreiches Vorwissen bevorzugen
  • Wert auf zuverlässige Spam-Token-Erkennung über Contract-Adressen legen
  • eine gezielte Steueroptimierung (Tax-Loss-Harvesting) über das Blockpit-Plus-Upgrade nutzen möchten

Ein Blick auf Alternativen

Neben CoinTracking und Blockpit haben sich im DACH-Raum weitere Anbieter etabliert, die je nach Anwendungsfall eine Überlegung wert sein können:

  • Koinly: International führend mit der größten Zahl an Integrationen (teils über 800) und der stärksten DeFi-Erkennung – unterstützt jedoch kein deutsches Steuerformat direkt, sodass die Übertragung in die Anlage SO manuell erfolgen muss.
  • Divly: Fokussiert speziell auf den deutschen Steuerbericht und punktet laut interner Anbieterdaten mit einem besonders schnellen Weg vom Transaktionsimport zum fertigen Bericht – bietet dafür ein schmaleres Portfolio-Dashboard als CoinTracking oder Blockpit.
  • Waltio: Ein 2026 in Deutschland gestarteter Anbieter aus Frankreich mit über 700 Integrationen und starkem DeFi-Support; die DAC8-Konformität soll erst zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Fazit

  • CoinTracking ist der etablierte Marktführer mit der längsten Erfahrung (seit 2012), der größten Börsen- und Länderabdeckung (20 Länder) sowie flexiblen Lifetime-Preismodellen – ideal für komplexe, langjährige Portfolios und internationale Anforderungen.
  • Blockpit überzeugt mit einer moderneren, geführten Benutzeroberfläche, zuverlässiger Spam-Token-Erkennung über Contract-Adressen und einer gezielten Steueroptimierung über das Plus-Upgrade – besonders geeignet für Einsteiger und Nutzer mit überschaubarem Transaktionsvolumen.
  • Beide Anbieter generieren die Anlage SO automatisch als fertiges PDF und sind DAC8-ready für die ab 2026 geltenden neuen Meldepflichten.
  • Bei den Kosten punktet CoinTracking durch Lifetime-Optionen bei hohem, mehrjährigem Transaktionsvolumen, während Blockpit mit einer einfacheren Struktur pro Steuerjahr überzeugt.
  • Ein entscheidender inhaltlicher Unterschied: Blockpit rechnet in Deutschland fest nach FIFO, während CoinTracking innerhalb der gesetzlichen Vorgaben mehr Spielraum zur legalen Steueroptimierung bietet.
  • Für den Herkunftsnachweis gegenüber Banken oder dem Finanzamt ist CoinTracking ab dem Expert-Plan kostenfrei enthalten, während Blockpit hierfür 19,99 € pro Nachweis berechnet.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Steuerberatung dar. Angaben zu Preisen und Funktionen können sich ändern; prüfen Sie vor einer Kaufentscheidung stets die aktuellen Angaben auf den offiziellen Seiten der Anbieter.

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